Deutsche Mitte, eine rechte Partei!

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Deutsche Mitte, eine rechte Partei!

Beitragvon ahlerta » 1. Sep 2017, 14:49

Derzeit tauchen in Witzenhausen und Umgebung zahlreiche Plakate der Partei,
DM (Deutsche Mitte) auf. Hinter den zunächst scheinbar harmlosen Forderungen
nach Frieden verbirgt sich völkisches Gedankengut welches fröhlich mit
sozial-ökologischen Positionen verquirlt wird und bei dem am Ende gefährliche
Positionen herauskommen.

Insgesamt kann man der Partei mit ihrem völkischen Nationalismus, ihrer
Forderung nach Massenabschiebungen, der Herbeifantasierung von
"Finanzkartellen" und dem "Zinsenseszins" als Quell allen Übels sowie
ihrer Feindschaft gegenüber der EU ein wenn auch wirres mit
Verschwörungstheorien gespicktes aber trotzdem halbwegs typisches,
geschlossenes rechtes Weltbild nachweisen. Dessen Elemente finden wir
bei vielen der aktuellen rechtspopulistischen Bewegungen in Europa.

Die Oldenburger und Schweriner Genossen haben da schon ihre Erfahrungen
gemacht:

http://antifaelf.blogsport.de/2017/04/1 ... ngekommen/

https://a19schwerin.wordpress.com/2017/ ... querfront/

Machen wir also mal eine kleine Reise durch das politische Elend der
Partei "Die Deutsche Mitte" an Hand einiger Zitate aus dem angehängten
Flyer:

"Frieden und Wohlstand in Herkunftsländern beenden die Massenflucht. Wir
bringen Millionen schrittweise zurück in die Heimat und helfen
Nachbarländern kriegführender Regionen. Geistige Grundlage: Echte
Heimatverbundenheit eint alle Völker."

Wow! So offen zur Abschiebung und Deportation von "Millionen" Menschen
in sicheres Elend und Tod ruft wahrscheinlich noch nicht mal die NPD
auf. Und das zu allem Überfluss auch noch auf völkischer Grundlage
("Heimatverbundenheit" von "Völkern"). Da ist die Deutsche Mitte ja
unserem Lokalnazi Björn Höcke aus dem Eichsfeld von der AfD ganz nah:

https://de.wikipedia.org/wiki/Völkischer_Nationalismus

"Freundschaft mit West und Ost, ohne Ausnahmen, auch mit Russland und USA."

Au ja! Putin und Trump sind unsere besten Freunden. Warum das nicht so ist:

http://keimform.de/2016/gedanken-zum-po ... serer-zeit

"Sicherheit und Gerechtigkeit in Währung und Finanzen schützen
Volkswirtschaften vor Raubzügen des Finanzkartells. Risikofrei verlassen
wir den Euro – gemeinsam mit europäischen Partnern! Geldschöpfung der
öffentlichen Hand, mittelständische Finanzdienstleistungen und
vielfältige gemeinschaftliche Wirtschafts- und Finanzierungsformen
überwinden das Ausbeutungssystem aus Zins, Zinseszins und Schuldgeld!
Bargeld bleibt."

Das Gerede von vom Zinseszins und die Angst vor der Abschaffung des
Bargelds hört sich schwer nach Silvio Gesell, seiner verkürzten
Kapitalismuskritik und ggf. auch seinem Antisemitismus an. Die Sache mit
dem zumindest strukturellen Antisemitismus wird durch das erwähnen von
"Finanzkartellen" nochmal bestärkt. Spätestens nach der Finanzkrise gab
es ein Revival von (antisemitischen) Verschwörungstheorien rund um die
Finanzindustrie und wie sie unsere Schicksale bestimmt:

https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/ ... inskritik/
http://www.trend.infopartisan.net/trd0101/t120101.html
http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/ ... tvater.pdf
https://de.wikipedia.org/wiki/Silvio_Ge ... arwinismus
http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/201 ... dens_16882

Weder die Abschaffung des Bargelds noch Zins oder Zinseszins sind das
Problem des Kapitalismus. Wer eine gute Analyse der kapitalistischen
Vergesellschaftung und Alternativen dazu sucht der gucke hier:

http://keimform.de/2016/gesellschaftlic ... nd-tausch/

Und schließlich zur Situation der EU:

http://phase-zwei.org/hefte/artikel/sta ... er-eu-605/

Und warum das eigentlich ein mehr an Europa erfordert:

http://phase-zwei.org/hefte/artikel/eur ... linke-604/
http://phase-zwei.org/hefte/?heft=53&rubrik=&autorin=
ahlerta
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