7.11. Ludendorff: Kontinuitäten völkischen Denkens – ein Thema für die Agrargeschichte?

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ahlerta
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7.11. Ludendorff: Kontinuitäten völkischen Denkens – ein Thema für die Agrargeschichte?

Beitrag von ahlerta » 4. Nov 2019, 09:43

07.Nov 2019 18.15h
Kontinuitäten völkischen Denkens – ein Thema für die Agrargeschichte?
Mathilde von Kemnitz-Ludendorff (1877-1966) und die Ludendorff-Bewegung Vortrag von Dr. Annika Spilker (Eschwege), Kleine Aula, Nordbahnhofstraße 1a, Witzenhausen

Agrarromantisch verklärte Konzepte von Heimat und Naturschutz waren schon immer Bestandteile völkischer Ideologiebildung und völkischer Siedlungskonzepte. Der Vortrag befasst sich mit einer der bekanntesten Protagonistinnen der völkischen Bewegung in der Weimarer Republik, derÄrztin und Antisemitin Mathilde von Kemnitz-Ludendorff. Gemeinsam mit ihrem dritten Ehemann, dem General und Politiker Erich Ludendorff, führte sie den nationalistischen „Tannenbergbund“ und gründete den völkisch-religiösen Verein „Deutschvolk“. Nachfolgeorganisationen der Ludendorff-Bewegung, wie der rechtsextreme „Bund für Gotterkenntnis e.V.“, bestehen heute noch. Annika Spilker, Dr.phil., Kulturwissenschaftlerin und Historikerin sowie Leiterin des Stadtarchivs und Stadtmuseums Eschwege. Arbeitsschwerpunkte: Historische Geschlechterforschung, völkische Bewegung, Geschichtsvermittlung:
Geschichte Eschweges.
http://www.uni-kassel.de/fb11agrar/fach ... elles.html



> ­Fortsetzung der Ringvorlesung in Witzenhausen
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> Agrargeschichte weiter_denken
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> Welche Perspektiven kann Agrargeschichte für ein differenziertes Verständnis von Landwirtschaft bieten? Zu dieser Frage laden wir erneut Historiker*innen nach Witzenhausen ein, die sich in ihren Arbeiten agrar-historischen Fragestellungen widmen. Agrargeschichte ermöglicht es, gesellschaftliche Entwicklungen historisch einzuordnen und verdient es somit, einen eigenen Platz in Lehre und Forschung hier am Standort einzunehmen. Wir wollen dazu anregen aktuelle agrargeschichtliche Diskurse und Forschungsansätze vor global-geschichtlichen Perspektiven, welche grundlegender Bestandteil von Agrarwissenschaften sind, weiter zu denken.
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> Mit unserer Reihe wollen wir die vielfältigen Anknüpfungspunkte der Agrargeschichte an verschiedene Disziplinen aufzeigen: Was hat Landwirtschaft mit der Entstehung des Kapitalismus zu tun? Welche historischen Bezugspunkte haben völkische Siedler heute? Wie ist der aktuelle Stand zur landwirtschaftlichen Forschung und der Zwangsarbeit im Nationalsozialismus? Welche Perspektiven kann die Agrargeschichte für die Mensch-Nutztier-Beziehungen beisteuern? Was kann die Geschichte der Allemende für heutige Wege aus der Krise beisteuern?
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> Ziel ist die Weiterentwicklung, Neuausrichtung und langfristige Fortführung der agrargeschichtlichen Lehre und Forschung am Fachbereich.
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> Eine Ringvorlesung der studentischen Initiative zum Erhalt von Agrargeschichte in Kooperation mit den Fachgebieten Internationale Agrarpolitik und Umweltgovernance sowie Management in der Internationalen Ernährungswirtschaft.
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> Weitere Infos unter:
> http://www.uni-kassel.de/fb11agrar/fach ... elles.html
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> Kontakt: kontakt@fsr-witzenhausen.de
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> 14.Nov 2019 18.15h
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> Machen Kühe (Agrar-) Geschichte? Wandel und Vielfalt der Mensch-Nutztier-Beziehungen seit dem 18. Jahrhundert Vortrag von Jadon Nisly (Bamberg), Kleine Aula, Nordbahnhofstraße 1a, Witzenhausen
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> Wie ändert sich unsere Perspektive auf die Intensivierung der landwirtschaftlichen Tierhaltung, wenn wir Nutztiere als soziale Akteure wahrnehmen? Die sogenannte Agrarrevolution des 18. Jahrhunderts sieht anders aus, wenn wir das Handeln der Tiere innerhalb der bäuerlich-dörflichen Landwirtschaft betrachten. Auch in Folge der Agrarreformen entstanden neue Beziehungen, zum Beispiel zwischen Bauern und Milchkühen, die erstmalig zur Arbeit auf dem Feld eingesetzt wurden.
> In der hochintensivierten Tierhaltung des 20. Jahrhunderts wurden Kühe in den damals neuen Boxenlaufställen aufgefordert, bei der Sauberkeit des Stalls mitzuarbeiten. Im 21. Jahrhundert sollen Kühe dann selbständig Melkroboter aufsuchen. Der Wandel und die Vielfältigkeit der unterschiedlichen historischen Mensch-Nutztier-Beziehungen zu betrachten ermöglicht aber auch, über andere Formen des Zusammenlebens nach zu denken.
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> 21. Nov 2019 18.15h
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> »Sobald das in Ravensbrück zur Aussaat gekommene Material für die Auspflanzung groß genug ist, wird es nach Auschwitz befördert« Querverbindungen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede landwirtschaftlicher Versuche der SS in den KZ Ravensbrück und Auschwitz Vortrag von Tanja Kinzel, Kristin Witte (Berlin/Ravensbrück), Kleine Aula, Nordbahnhofstraße 1a, Witzenhausen
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> Wenig ist bisher über die landwirtschaftlichen Versuchsgüter der SS in der Umgebung des KZ Ravensbrück und im sog. Interessengebiet Auschwitz bekannt. Die beiden Orte waren durch die 1939 gegründete „Deutsche Versuchsanstalt für Ernährung und Verpflegung GmbH“ (DVA) miteinander verbunden, die vielfältige Interessens- und Forschungsschwerpunkte verfolgte. Neben Ersatzstoff-/Forschung für Autarkie und Versuchen mit der naturnahen, biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise war die geplante Ostexpansion mit der Sicherung von Einflusssphären ein wichtiges Forschungsfeld. Innerhalb kürzester Zeit wurden über 30 Versuchsgüter und Forschungsstationen aufgebaut und über 100 Landwirtschaftsbetriebe im Generalgouvernement und der Sowjetunion (treuhänderisch) verwaltet.
> Im Vortag werden die landwirtschaftlichen Arbeiten der DVA am Beispiel der Standorte Auschwitz und Ravensbrück vorgestellt. Berichte und Erinnerungen ehemaliger KZ-Häftlinge sind die Grundlage für eine Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Versuchsreihen und Lebensbedingungen und ermöglichen es, die Verzahnung der beiden Standorte aufzuzeigen und die unterschiedlichen Formen des Sprechens in den Erinnerungsberichten selbst zu analysieren.
> Tanja Kinzel und Kristin Witte sind wissenschaftliche Mitarbeiterinnen in dem Forschungsprojekt „Die SS-Versuchsgüter des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück und die Deutsche Versuchsanstalt für Ernährung und Verpflegung GmbH (DVA)“ der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück.
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> 16. Jan 2020 18.15h
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> »Agrarfragen in der ›New History of Capitalism‹« Vortrag von Dr. Juri Auderset (Bern), Kleine Aula, Nordbahnhofstraße 1a, Witzenhausen
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> Nachdem ein Vierteljahrhundert lang die fast allseits verkündete Alternativlosigkeit des Kapitalismus propagiert wurde, haben Historiker und Historikerinnen spätestens mit der Finanzkrise von 2008 den Kapitalismus als kontroversen Forschungsgegenstand wiederentdeckt. Von der "Reemergence of a Historical Concept" ist die Rede (Jürgen Kocka/Marcel van der Linden), eine "New History of Capitalism" wird eingefordert (Sven Beckert) und die Historikerzunft wird gemahnt, den "globalen Kapitalismus" historisch zu "denken" (Friedrich Lenger). So verdienstvoll dieser jüngste Aufbruch in der historischen Kapitalismusforschung ist, verblüfft doch eine Leerstelle ganz
> besonders: das fast gänzliche Schweigen über die Rolle der Landwirtschaft im Prozess der industriekapitalistischen Transformation des 19. und 20. Jahrhunderts. Dieser Vortrag setzt an dieser vernachlässigten Stelle ein und skizziert einige Perspektiven auf die Relevanz von Agrarfragen in der neueren historischen Kapitalismusforschung.

lumpaix
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Re-Kult um Stätten... 7.11. Ludendorff: Kontinuitäten völkischen Denkens – ein Thema für die Agrargeschichte?

Beitrag von lumpaix » 6. Nov 2019, 07:37

Aktuelles zum Vortragsthema: agrarromantische Verklärung, rechte Sammlungsbewegungen,
Kult um Stätten im ländlichen Ostwestfalen-Lippe (mit Externsteinen und und und):
https://www1.wdr.de/nachrichten/westfal ... e-100.html
(WDR 05.11.2019)

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