Reportage über Anastasia-Sekte

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ahlerta
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Reportage über Anastasia-Sekte

Beitrag von ahlerta » 30. Nov 2018, 16:08

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe:
Heimat, Volk, Scholle - Rechts[d]ruck im ländlichen Raum

Zu diesem Thema gibt es zur Zeit eine Dokumentation auf youtube:

https://www.youtube.com/watch?v=sp0sx6eZiTk

*11.12.2018*
"Die Söhne und Töchter der Taiga“. Zur völkischen Esoterik der Anastasía-Bewegung
*Vortrag mit Diskussion*

Beginn *18:30 Uhr **Ort* Nordbahnhofstraße 1a, Witzenhausen, Große Aula

In den letzten Jahren ist ein neues Phänomen in Deutschlands aufgetaucht: Anhänger*innen der „Anastasía-> Bewegung“ versuchen sogenannte „Familienlandsitze“ zu gründen, um Subsistenzwirtschaft zu betreiben. Sie beziehen sich auf die spirituelle Kitsch-Romanreihe des russischen Autoren Megré, der die Geschichte der Hauptfigur Anastasía schildert, die mit Tieren kommuniziert und einen Heilstrahl besitzt. Neben esoterischen Inhalten findet sich verschwörungsideologische, geschichtsrevisionistische, antisemitische und antifeministische Aussagen. So verwundert es nicht, dass Akteur*innen der völkischen Szene in der „Anastasía-Bewegung“ den Siedlungsgedanken rechtsextrem ausleben. Vor Ort sind Nachbar*innen, Bildungseinrichtungen, Vereine, ökologische und landwirtschaftliche Initiativen mit den Anastasía Anhänger*innen konfrontiert. Was kann die Zivilgesellschaft tun, um völkischen Siedlungsbewegungen entgegenzusteuern?

Marius Hellwig arbeitet als Referent für völkischen Rechtsextremismus im ländlichen Raum bei der Fachstelle Gender, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung.

www.gegen-rechtsdruck-veranstaltungsreihe.de

Huhn
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Re: Reportage über Anastasia-Sekte

Beitrag von Huhn » 1. Dez 2018, 00:32

Hallo ahlerta,

Zu Beginn Ein Link zum Nachdenken zu den Themen Antonio Stiftung und Völkisch:

Mich würd' die von dir beworbene Veranstaltung wahrscheinlich weniger stören, wenn sie in Timbuktu stattfinden würde, doch da sie bei mir in der Nähe stattfindet, möchte ich eine möglichst wissenschaftliche, Objektivität-anstrebende Sichtweise auf Auseinandersetzungen zwischen dem BR, der Antonio Stiftung und Akteuren der Anastasia-Bewegung nahelegen.

In dem Video was du verlinkt hast werden z.B. Dinge genannt, die ich so nicht in den Büchern finden konnte:
"Anastasias Botschaft ist eindeutig: Die Zivilisation wird untergehen." (2:00)
Wenn mir jemand erläutern kann wie diese Botschaft in den Büchern verpackt sein soll, immer her damit.

Dieser Ausspruch zeigt mir jedoch den Grundtenor der Reportage: Dramatisierung
(Unterstützt wird dieses Drama natürlich durch wirkungsvolle Videoeffekte und "gruselige sounds" (z.B. 10:55).)

Ich möchte Antisemitismus und Rassismus nicht kleinreden. Doch rate ich, jedes Buch, jede Aussage, jede Reportage und vorallem jedes Handeln in dieser Richtung kritisch zu sehen. Besonders wenn auf Biegen und Brechen versucht wird, eine gute Story zu bekommen.
Hier ein paar Links zu Texten, die eine andere, meiner Meinung nach sehr reflektierte Sichtweise auf die Fakten mitteilen:

Anastasia-Bücher und Juden
Die unglaubliche Anastasia-Verschwoerung

Und zu der BR-Reportage einen Einblick in die andere Seite zu einen der Begegnungen:
http://www.konstantin-kirsch.de/2018/07 ... gonie.html

Als politisch Links-liberaler Mensch möchte ich hiermit einen offenen Umgang mit politisch Rechten Menschen propagieren. Wenn ich mental jemanden abschotte und ignoriere schaffe ich Fronten, die Streit hervorrufen. Ich hoffe ich selbst bin über die Nachwirkungen des 2. Weltkriegs soweit hinweg, dass ich mich objektiv mit Themen wie Rassismus, Antisemitismus und Hetze gegen Minderheiten auseinandersetzen kann.

Beste Grüße,
Felix

ahlerta
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Re: Reportage über Anastasia-Sekte

Beitrag von ahlerta » 3. Dez 2018, 13:16

„Mit Rassisten diskutieren, das ist, wie mit einer Taube Schach spielen:
Egal, wie gut du bist, egal, wie sehr du dich anstrengst – am Ende wird
die Taube aufs Spielfeld kacken, alles umschmeißen und umherstolzieren,
als hätte sie gewonnen.“ – Eric Cantona


Aus der Broschüre 'Positionieren Konfrontieren Streiten - Handlungsempfehlungen zum Umgang mit der AfD' heißt es auf Seite 9:
4)
Rechtspopulist_innen einladen?
Natürlich können Sie Rechtspopulist_innen auf ein
Podium oder zu einem Interview einladen. Allerdings
sollten Sie vorher bedenken:
a.
Jede Einladung werden die Rechtspopulist_innen nut-
zen, um die Legitimität ihrer politischen Forderungen
zu belegen. Auch, wenn Sie das nicht so meinen.
b.
Auf Podien kommen eher keine ungeschulten Mitläu-
fer_innen. Überschätzen Sie nicht Ihre Fähigkeiten zur
»Entzauberung«. Vorbereitung ist Pflicht, ebenso eine
adäquate Besetzung des Podiums.
c.
Mitdiskutant_innen oder Besucher_innen kommen
eventuell nicht, weil sie etwa als potenzielle Zielgruppe
rechtspopulistischen Hasses Angst haben – überlegen
Sie also, wen Sie ausschließen wollen.

d.
Ausgewogenheit heißt nicht, dass Sie immer aller Po-
sitionen abbilden müssen, also etwa alle politischen
Parteien einladen müssen.
Es ist aber eine Frage der
Haltung: Wenn Kritik daran kommt, müssen Sie diese
aushalten und am besten begründen können, warum
Sie sich so entschieden haben.
https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/ ... en-afd.pdf

ajo
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Re: Reportage über Anastasia-Sekte

Beitrag von ajo » 9. Dez 2018, 12:53

Hallo Felix,
da einige deine Quellen von Konstantin Kirsch stammen und er ja in der Anastasia-Szene eine bedeutende Position innehat, möchte ich gerne etwas zu meinen Erfahrungen mit diesem Menschen schreiben. Nachdem ich seine Verschwörungstheoretischen und teils antisemitischen Positionen über längere Zeit hinweg auf der Permakultur-Emailliste (von der er nun aufgrund eben dieser Posts verbannt wurde) kritisiert habe, durfte ich Konstantin 2012 bei der Permaculture Convergence in Eschwege persönlich treffen. Dort wünschte er mir recht direkt den Tod, weil ich nicht seine Positionen vertreten habe, die deutschen Pioniere der Permakultur nicht ehre und "Naturgesetze" nicht beachte und weil ich studiert habe, statt wie er damals Gärtner zu werden. Zwar wollte er mich nicht umbringen, doch hat er sehr deutlich gemacht, dass ich beim bald nahenden Untergang unserer Gesellschaft elendig zu Grund gehen werde und er sich darüber freut. Ich war trotz seiner vorherigen Posts doch recht schockiert von dem Gespräch. Auch danach habe ich weiterhin auf seine Mails in der Permakulturliste regiert und unter anderem offengelegt, dass er mit Protagonisten der Reichsbürgerszene zusammenarbeitet. Daraufhin erreichten mich ebenfalls sehr wüste Beschümpfungen und Todeswünsche von seinen Unterstützern. Ich bin daher sehr davon überzeugt, dass Konstantin nicht annährend so harmlos ist, wie er gerne tut.

In dem von dir geteilten Link http://www.konstantin-kirsch.de/2017/07 ... kisch.html
kann man darüber hinaus sehr gut Konstantins formalistische Argumentationsart nachvollziehen, die inhaltlich eigentlich keine Substanz hat.
Will eine Stiftung Gemeinnützigkeit erreichen, muss sie die Stiftungsziele recht genau so formulieren, wie das Finanzamt dies vorgibt, was eine kritischere Wortwahl oftmals ausschließt. Dies der Amadeu Antonio Stiftung vorzuhalten und sich dabei so an einzelnen Wörtern, die noch nicht einmal frei gewählt wurden, aufzuhängen, zeugt meiner Meinung nach nicht von einem sonderlich konstruktiven Diskussionsverhalten. Auf ähnliche Weise hat er auch schon abgestritten, dass "antisemitisch" heißt, etwas gegen Juden zu haben, um sich somit dem Vorwurf des Antisemitismus zu erwehren.

Natürlich kann ich aus dem Verhalten einzelner Personen nicht ableiten, ob eine ganze Szene kritisch zu betrachten ist, wenn Konstantin als Quelle angeführt wird, wäre ich aber zumindest sehr vorsichtig.

Ich hoffe, du kommst zu dem Vortrag am Dienstag (vielleicht kommt Kontantin ja auch, das wäre zumindest spannend =D)

Grüße,
Ben

Huhn
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Re: Reportage über Anastasia-Sekte

Beitrag von Huhn » 9. Dez 2018, 21:02

Hallo Ben,
auf der Permakultur-Emailliste [wurde Konstantin Kirsch] verbannt)
Da ich neulich noch Emails von ihm über die Permakultur-Emailliste bekommen habe, ist die Verbannung wohl aufgehoben, was für sich spricht...
er [hat] sehr deutlich gemacht, dass ich beim bald nahenden Untergang unserer Gesellschaft elendig zu Grund gehen werde und er sich darüber freut.
Das ist natürlich hart...
Finde ich merkwürdig, dass ich bisher nur gegenteilige Begegnungen mit Konstantin hatte. Mir gegenüber war er immer sehr lebensbejahend.
Natürlich kann ich aus dem Verhalten einzelner Personen nicht ableiten, ob eine ganze Szene kritisch zu betrachten ist
Da stimme ich dir zu. Schließlich mag es auch Bibel-Leser geben, die eine politisch Rechte Einstellung haben. Dennoch würde ich die Christen-Szene nicht als Rechtes Pack bezeichnen.
wenn Konstantin als Quelle angeführt wird, wäre ich aber zumindest sehr vorsichtig.
Manchmal ist Nachsicht auch besser als Vorsicht.

Gruß,
Felix

Samson
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Re: Reportage über Anastasia-Sekte

Beitrag von Samson » 14. Dez 2018, 18:41

Ich möchte mich thematisch nicht einmischen, sehe aber folgende Punkte:

a.) die amadeo anthonio Stiftung scheint nach einer Suchanfrage bei google nicht wirklich
objektiv (....)

b.) einer ihrer Gönner ist George Soros (!)

c.) Ob Links, Rechts oder grün - blau,
Demokratie ist Demokratie. Menschen wegen ihrer Ansichten, Meinungen zu diskriminieren oder
von der Demokratie ausschließen zu wollen, das hatten wir mal, wollen wir aber nicht mehr.
Das ist Nazi Scheiße, von wem auch immer, von wo auch immer.
Links sein ist kein Freibrief.

Macht ja auch wenig Sinn, einmal macht es in die Ecke gestellten schwer sich zu ändern,
zum anderen mal bekommen gerade Verdrängte Schattenanteile mehr Energie.
Die AfD ist da ein gutes Beispiel.

d.) Ich war vor etwa 6 Jahren mal wegen den lebenden Häusern und Möbeln bei K.Kirsch,
er wohnt ja quasi um die Ecke, man kann ihn besuchen (...),
er war damals, wenn auch nicht so ganz mein Typ, höflich und hat sich was aufgebaut.
Die meisten Aussteiger sind ja irgendwie besonders.
Er scheint gute Beziehungen zur Dorfbevölkerung zu haben und kann von seinem Buchladen irgendwie leben.

ajo
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Re: Reportage über Anastasia-Sekte

Beitrag von ajo » 15. Dez 2018, 14:44

Hallo Samson,

was meintest du damit, dass die Amadeu Anthonio Stiftung nicht objektiv sei? Was stellen sie denn deiner Meinung nach falsch dar?

Was ist das Problem damit, wenn George Soros sie unterstützt? Klar, er hat sein Geld mit Börsenspekulationen verdient und ist jetzt sicher nicht der coolste Typ, aber immerhin scheint er irgendwie zu versuchen, mit dem Geld die Welt zumindest ein Stück weit zum Besseren zu wenden.

Was haben verdrängte Schattenanteile mit der Ablehnung von rechter Politik zu tun? Ich sehe eher eine Menge Schattenanteile und Projektionen die überhaupt zu einer rechten politischen Einstellung führen. Aber sei beruhigt, ich will niemanden von der Demokratie ausschließen.

Und ja, besonders ist Konstantin, das muss man ihm lassen.

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