"Die Grünen hinterfragen ihr Anti-Gentechnik-Dogma"

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ajo
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Re: "Die Grünen hinterfragen ihr Anti-Gentechnik-Dogma"

Beitrag von ajo »

cool! :)

rebellin
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Re: "Die Grünen hinterfragen ihr Anti-Gentechnik-Dogma"

Beitrag von rebellin »

{ät} ajo: Hab ich was verpasst?

ajo
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Re: "Die Grünen hinterfragen ihr Anti-Gentechnik-Dogma"

Beitrag von ajo »

Weiß ich jetzt auch nicht... =D
Falls sich deine Verwunderung darauf bezieht, dass ich Gentechnik nicht rundum ablehne, dann vielleicht schon. Ich habe mich (auch im Rahmen des Studiums) ein wenig mit Gentechnik befasst und habe bisher kaum schlüssige Argumente gegen Cis-Gentechnik, also die genetische Manipulation unter Rückgriff auf arteigene oder zumindest einkreuzbare Gene, gehört. Mir erscheint diese Technik recht risikoarm und vielversprechend gerade in Bezug auf die Züchtung mehrjähriger Kulturen (derer wir in Zukunft wahrscheinlich mehr bedürfen, wollen wir unsere Böden nicht durch ständige Bearbeitung weiter zerstören).
Das ist jetzt kein Plädoyer dafür, ggf riskante gentechnische Veränderungen beliebig und ohne Risikoprüfung in der Landwirtschaft einzusetzen, noch halte ich die Ziele der real existierenden GMO für sinnvoll (Herbizidresistenz etc), doch halte ich es auch für dumm und gefährlich aus ideologischen Gründen risikoarme Technologien (wie z.B. die Cis-Gentechnik) zu verbieten, die reale Probleme lösen können.

dicken
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Re: "Die Grünen hinterfragen ihr Anti-Gentechnik-Dogma"

Beitrag von dicken »

es gibt sicherlich eine Menge, was gegen Gentechnik spricht- egal welcher Technik sie sich bedient. Solange die Technik nicht den Bedürfnissen der landwirtschaftlich Erzeugenden vor Ort entsprechen und in selbstbestimmter Weise angewendet werden können ist dies abzulehnen. Das ist auf jeden Fall ideologisch, das gebe ich zu. Aber noch mehr zugeben solltest du Ajo, dass Gentechnik nur die Taschen der Konzerne füllt. Das Gentechnik überhaupt ins große Spiel des Handels mit Nahrung gebracht wurde ist ein reiner Zug der Agro- Industrie. Die Grüne Gentechnik kommt von den Konzernen und sie dient den Konzernen. Das sich die Öko- Branche (scheußliches wort) auch der Gentechnik bedienen möchte oder die Lobby dafür wächst ist Ideologie. Es gibt keinen Normalzustand oder irgendetwas, dass ideologiefrei wäre.

Welche Probleme sollen von WEM gelöst werden ? Wenn ich Probleme habe Frage ich meine Freunde oder bitte um Hilfe. Die Gentechniklobby verkauft sich als ungefragter Heilsbringer, hat über jahrzehnte lang Abhängigkeiten geschaffen und gemeinsam mit der Agro- Industrie diese- ebenfalls jahrzehnte- Ernährungskrise überhaupt ausgelöst. Klimaerwärmung, Migration, Hunger usw.

Also nochmal, welche Probleme können von der Gentechnik Lobby gelöst werden, die sie nicht selbst verursacht haben ?

lumpaix
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Re: "Die Grünen hinterfragen ihr Anti-Gentechnik-Dogma"

Beitrag von lumpaix »

Oh-oh, die Industrie-Querfront rückt heran...
ob genug Menschen innerhalb der achso-Grünen sich aufrecht genug zeigen, um nicht einzuknicken?


https://www.zeit.de/politik/deutschland ... egulierung

dicken
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Re: "Die Grünen hinterfragen ihr Anti-Gentechnik-Dogma"

Beitrag von dicken »

Zitat: https://www.zeit.de/2019/44/gentechnik ... ontroverse

Wie ein Rebell sieht Hauke Köhn nicht gerade aus. Der Physikstudent aus Hannover wirkt eher brav, als er mit dick umrandeter Brille, Rucksack und Wasserflasche vom Fahrrad steigt. Mit seinen 21 Jahren ist er noch nicht lange politisch aktiv – aber für seine Partei Bündnis 90/Die Grünen schon ein Störfall.

"Wir wollen die Debatte um grüne Gentechnik ohne Dogmen und ideologische Voreinstellung neu beginnen"
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Sätze die Menschen als Rebellen (ja, er sieht nicht wie ein Rebell aus) einleiten und die Typen dann von sich behaupten sie wären Ideologiefrei... So was höre ich in letzter Zeit häufiger, komisch. Ich weiß nicht, ich glaub das hat was mit einer Mischung aus Selbstüberschätzung und Unwissenheit zu tun, vllt. toxisch männlich, ich weiß es nicht. Das sind doch genau die Tugenden, die dich weiterbringen. Was für ein Arschloch, mit seinen 21 Jahren... und er legt supergut offen wie die Grünen- Fundis sich in Erklärungsnot befinden. Die Neo- Grünen haben völlig recht, wenn sie behaupten Gentechnik ist kein Wert an sich, sondern eine Technik. In der "ideologiefreien" Weltsicht stimmt das völlig. Wenn sie in der Lage sind alle Gewaltätigkeiten und Herrschaftsverhältnisse dieser Welt auszublenden ist Gentechnik einfach nur eine völlig wertfreie Technik, ohne bestimmte Besitzverhältnisse, ohne lizenziertes Saatgut und Verträge mit dazugehörigen Spritzmitteln, ohne Krebserkrankunge, ohne Vertuschungsversuchen von Krebserkrankungen, ohne Regenwald (mit?), ohne Vertreibungen und Entrechtungen von Bevölkerungsgrupoen in Süd-Amerika, jaja, völlig wertfrei. Ich pfeif laut auf. Wow, ist das ideologiefrei. Und wie unschuldig diese Gentechnik in diese Welt geboren wurde. Auf einmal war sie einfach so da, und die Menschen dachten toll, das probier ich aus, auch alles ideologie- und wertfrei.
Aber die Grünen sind nicht eingeknickt und die Debatte ist erstmal vom Tisch. Der Druck wird aber steigen, wenn die Grünen (oder hoffentlich wer anders) es nicht schaffen eine Welt zu entwerfen, die Gentechnik nicht braucht. Und das Verständlich nach außen kommuniziert wird. kein plan.

Was meint ihr ?

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