Do. 16.1. Vortrag "Agrarfragen in der 'New History of Capitalism'"

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ahlerta
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Do. 16.1. Vortrag "Agrarfragen in der 'New History of Capitalism'"

Beitrag von ahlerta »

*"Agrarfragen in der 'New History of Capitalism'"*

Vortrag von Dr. Juri Auderset (Bern)
16. Januar 2020 18:15 Uhr, kleine Aula, Nordbahnhofstraße 1a, Witzenhausen

Nachdem ein Vierteljahrhundert lang die fast allseits verkündete
Alternativlosigkeit des Kapitalismus propagiert wurde, haben Historiker
und Historikerinnen spätestens mit der Finanzkrise von 2008 den
Kapitalismus als kontroversen Forschungsgegenstand wiederentdeckt. Von
der "Reemergence of a Historical Concept" ist die Rede (Jürgen
Kocka/Marcel van der Linden), eine "New History of Capitalism" wird
eingefordert (Sven Beckert) und die Historikerzunft wird gemahnt, den
"globalen Kapitalismus" historisch zu "denken" (Friedrich Lenger). So
verdienstvoll dieser jüngste Aufbruch in der historischen
Kapitalismusforschung ist, verblüfft doch eine Leerstelle ganz
besonders: das fast gänzliche Schweigen über die Rolle der
Landwirtschaft im Prozess der industriekapitalistischen Transformation
des 19. und 20. Jahrhunderts. Dieser Vortrag setzt an dieser
vernachlässigten Stelle ein und skizziert einige Perspektiven auf die
Relevanz von Agrarfragen in der neueren historischen Kapitalismusforschung.

*Fortsetzung der Ringvorlesung in Witzenhausen***
Agrargeschichte weiter_denken

Welche Perspektiven kann Agrargeschichte für ein differenziertes Verständnis von Landwirtschaft bieten? Zu dieser Frage laden wir erneut Historiker*innen nach Witzenhausen ein, die sich in ihren Arbeiten agrar-historischen Fragestellungen widmen. Agrargeschichte ermöglicht es, gesellschaftliche Entwicklungen historisch einzuordnen und verdient es somit, einen eigenen Platz in Lehre und Forschung hier am Standort einzunehmen. Wir wollen dazu anregen aktuelle agrargeschichtliche Diskurse und Forschungsansätze vor global-geschichtlichen Perspektiven, welche grundlegender Bestandteil von Agrarwissenschaften sind, weiter zu denken.

Mit unserer Reihe wollen wir die vielfältigen Anknüpfungspunkte der Agrargeschichte an verschiedene Disziplinen aufzeigen: Was hat Landwirtschaft mit der Entstehung des Kapitalismus zu tun? Welche historischen Bezugspunkte haben völkische Siedler heute? Wie ist der aktuelle Stand zur landwirtschaftlichen Forschung und der Zwangsarbeit im Nationalsozialismus? Welche Perspektiven kann die Agrargeschichte für die Mensch-Nutztier-Beziehungen beisteuern? Was kann die Geschichte der Allemende für heutige Wege aus der Krise beisteuern?

Ziel ist die Weiterentwicklung, Neuausrichtung und langfristige Fortführung der agrargeschichtlichen Lehre und Forschung am Fachbereich.

Eine Ringvorlesung der studentischen Initiative zum Erhalt von Agrargeschichte in Kooperation mit den Fachgebieten Internationale Agrarpolitik und Umweltgovernance sowie Management in der Internationalen Ernährungswirtschaft.

Weitere Infos unter:
http://www.uni-kassel.de/fb11agrar/fach ... elles.html

Kontakt: kontakt@fsr-witzenhausen.de

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